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4 Schwimmer in Zürich + 12 Stunden Zeit = 48,2 km - Rüsselsheim, 27.02.2010, ca. 10.45 Uhr. Noch können wir lachen, als wir uns bei Uwe treffen und unsere Taschen nach einem herzlichen Hallo in Roberts Auto packen. Der Weg nach Zürich vergeht denn auch wie im Flug – blauer Himmel, jede Menge Anekdoten und kein Stau. Selbst die Schweizer Grenze wird schnell passiert, und so finden wir uns – kaum sechs Stunden später – plötzlich im Hotelkomplex wieder, den zumindest Robert und Torsten mittlerweile als zweite Heimat in der Schweiz bezeichnen dürften.
Nach einem Zürichrundgang und vielen Nudeln (Pflicht!) zum Abendessen neigt sich denn auch der Tag dem Ende zu, und die Nervosität vor dem, was da kommt, steigt enorm, als es Zeit ist, ins Bett zu gehen.
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Bereits im vergangenen Jahr nahmen Robert und Torsten, die man getrost hin und wieder als dem Wahnsinn verfallen bezeichnen dürfte, an zwei ‚Events‘ in Zürich teil. Im letzten Report war bereits vom sommerlichen Zürichseeschwimmen zu lesen, im Februar des gleichen Jahres versuchten sich beide außerdem als Einzel-schwimmer beim sog. 12-Stunden-Schwimmen. Dabei galt es, innerhalb von zwölf Stunden so viele Meter wie möglich zu schwimmen – allein, also jeder für sich.
Auch wenn man einigen Aussagen von Torsten, deren Inhalt eine „So etwas mache ich nie wieder“-Botschaft transportierte, nicht trauen darf – zumindest als Einzelschwimmer wollten er und Robert das 12-Stunden-Schwimmen nicht noch einmal in Angriff nehmen. So geschah es, dass sich mit Andy und Daniel noch zwei Schwimmer aus Mörfelden fanden, die mit nach Zürich fuhren, um als Staffel das 12-Stunden-Schwimmen in Angriff zu nehmen.
Leider verletzte sich Robert während der Vorbereitungen auf den großen Tag, sodass kurzfristig nach einem Ersatz gesucht werden musste – und den wir glücklicherweise in Uwe fanden.
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Zürich, 28.02.2010, 7.30 Uhr. Wir sitzen im Schwimmbad, teilweise schon umgezogen, nervös und warten auf den Beginn. Startschwimmer ist Torsten, und dann wird alle halbe Stunde gewechselt. Noch verfolgen wir das ehrgeizige Ziel, besser zu sein als die Siegermannschaft von 2009, die (wahnsinnige) 46,4km zusammen „erschwommen“ hat.
Der Beginn lässt sich auch gar nicht so schlecht an, nach zwei Stunden Schwimmzeit liegen wir mit insgesamt 7,9km auf einem schon respektablen vierten Platz. Bis nicht nur wir Schwimmer, sondern vor allem unser Betreuer Robert – dauerhaft rechnend und zählend und vergleichend – feststellt, dass da „noch mehr geht“. Und so soll es auch sein – nach vier Stunden liegen wir plötzlich knapp vorne. Verhaltene Freude.
Man sollte meinen, dass nun die Nervosität während der Essens- und Ruhepause und dann vor jedem Start – jeder „durfte“ ja insgesamt sechs Mal ins Wasser – etwas nachlassen würde… Aber dem ist nicht so. Vom Ehrgeiz nun gepackt, wollen wir uns natürlich nicht mehr überholen lassen und „das Ding auch gewinnen“. Von da an heißt es denn auch, taktisch zu schwimmen:
Welche Badekappenfarbe haben unsere Verfolger? Hänge ich mich dran, oder gehe ich gleich vorbei und versuche den Ausbau des Vorsprungs? Was geht krafttechnisch noch? Fragen über Fragen, über die man immer wieder nachdachte… und trotzdem können die besten Entscheidungen gewissermaßen sinnlos sein: Wir schwimmen insgesamt zu siebt auf der Bahn, und wenn man unglücklich „eingeklemmt“ ist und wertvolle Sekunden verliert, könnte die beste Taktik schon wieder kaputt sein. So müssen einige von uns regelmäßige Sprints einlegen, um zügig an anderen Schwimmern vorbeizukommen. Die kosten Kraft, und man ist sich beileibe nicht immer sicher, ob man das später nicht bereuen wird. Nach seinem „Leg“ steigt dann nicht nur die Spannung auf die eigene Meterzahl, sondern auch auf die der Verfolger – und die hat Robert äußerst genau im Fokus. Und so kommt es, dass wir unseren Vorsprung kontinuierlich ausbauen und die Führung bis zum Ende auch nicht mehr abgeben – was insbesondere für den Schlussschwimmer, der die Laola-Welle miterleben durfte, ein richtig „geiles“ Gefühl ist, auch wenn das letzte Leg nun wirklich mehr Kampf als Eleganz war…
Nach zwölf Stunden im Schwimmbad steht also fest: Wir haben gewonnen – mit insgesamt 48,2 geschwommenen Kilometern und damit dem besten Ergebnis seit 2005.
Die Siegerehrung nehmen wir – oder zumindest ich – ein wenig wie in Trance wahr, schließlich haben wir nicht unbedingt mit einem Sieg gerechnet. Den Abschluss des wahrlich gelungen Tages bildet dann auch ein Schnitzel-Cordon-Bleu-Essen, bevor wir unglaublich müde den Rückweg ins Hotel antreten und dort mehr oder weniger vor dem Fernseher einschlafen.
Das klingt doch nach Wiederholung, oder?
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